5. Kirchliches Brauchtum zu Pfingsten:
Traditionen rund um Feuer, Taube und Wasser

  • Das kirchliche Pfingstbrauchtum umfasst verschiedene Bräuche mit religiösem und jahreszeitlichem Bezug.
  • Historisch bekannt ist das Heilig-Geist-Schwingen, bei dem lebendige Tauben oder geschnitzte Heiliggeisttauben in den Räumen der Kirche herabschweben und die Gemeinde diese mit Gebet empfängt.
  • Eine besondere Volkskunst sind die aus Zirbenhölzern gefertigten Zirbentauben, die bis heute in Wohnstuben aufgehängt werden.
  • Das Pfingstfeuer symbolisiert den Heiligen Geist und wird mit brennenden Werchflocken verbunden, die Schutz vor Unwetter bringen sollen.
  • Pfingstkerzen stehen für Erleuchtung und werden oft im familiären Taufritus genutzt.
  • Weitere Bräuche sind Flurumgänge, Pfingstreiter, Umritte und Reiterspiele, die oft die Verbindung zur Jahreszeit und landwirtschaftlichen Segnungen zeigen.
  • Wasserbräuche wie das Waschen in Bächen oder das Eintauchen von Pfingstlümmeln erinnern an den Taufritus und verleihen dem Fest eine lebendige, liturgienahe Bedeutung.
  • Tier Köpfe Gläubige Holz Flurumgang

Pfingstbräuche:
Religiöse Bedeutung und jahreszeitlicher Bezug

  • Während Feste wie Weihnachten oder Ostern einen großen Reichtum an Bräuchen aufweisen können, haben sich im Zusammenhang mit dem Pfingstfest verhältnismäßig wenige Bräuche entwickelt.
  • Dennoch gibt es sie.
  • Die Pfingstbräuche stehen entweder im Zusammenhang mit der religiösen Bedeutung von Pfingsten oder haben einen jahreszeitlichen Bezug als Frühlingsbräuche und Maibrauchtum.
  • Liturgienahes, religiöses Pfingstbrauchtum ist jedoch weit weniger ausgebildet.

Heilig-Geist-Schwingen und die Kunst der Zirbentauben

  • Ein mittelalterlicher Pfingstbrauch ist das sogenannte Heilig-Geist-Schwingen, wobei lebendige Tauben in den Räumen der Kirche freigelassen wurden, eine hölzerne Taube beim Pfingsthochamt über den Köpfen der Gläubigen an einer Schnur kreisen gelassen oder eine geschnitzte Taube durch eine Öffnung der Kirchdecke herabgelassen wurde.
  • Die Gemeinde empfing die herabschwebende Taube mit Weihrauch und Gebet.
  • Dieser Brauch wird jedoch nicht mehr gepflegt.
  • In Süddeutschland und vor allem im "Herrgottswinkel" kennt man aber noch das Aufhängen von Heiliggeisttauben in den Wohnstuben.
  • Die Herstellung aus Zirbenhölzern ist eine interessante Volkskunst.
  • Nach einer groben Bearbeitung des Holzes wird es in heißem Wasser gekocht und damit erweicht.
  • Durch Einschneiden und Fächern des Holzes entstehen dann die schmucken Zirbentauben.

Pfingstfeuer und Pfingstkerze:
Symbole von Geist und Reinigung

  • Mancherorts hat sich das Brauchtum erhalten, Pfingstfeuer anzuzünden.
  • Die lodernde Flamme gilt dabei einerseits als Symbol für den Heiligen Geist, andererseits aber auch als Zeichen der Reinigung und Erleuchtung der Gläubigen.
  • Einen besonderen Brauch mit dem Pfingstfeuer pflegte man im Salzburger Land.
  • Dort wurden in vielen Kirchen aus dem sogenannten "Heiligengeistloch" brennende "Werchflocken" (brennendes Werg) auf die Kirchenbesucher gestreut und von den Männern mit ihren Hüten aufgefangen.
  • Diese "Werchflocken" sollen vor Unwetter bewahrt haben.
  • Ein schöner Brauch im Zusammenhang mit dem Symbol Feuer ist auch die Pfingstkerze auf dem Frühstückstisch.
  • Sie steht brennend in der Mitte.
  • An ihr kann dann jedes Familienmitglied seine eigene Pfingstkerze anzünden und vor sich hinstellen.

Prozessionen, Flurumgänge und die Echternacher Springprozession

  • In Schwaben kennt man als Pfingstbrauch Flurumgänge und Prozessionen mit der Eucharistie.
  • Dabei wird auch der Wettersegen gespendet, verbunden mit der Bitte um eine gute Ernte.
  • Eine heute vielleicht etwas eigenartig anmutende Form der Prozession findet jährlich am Dienstag nach Pfingsten in Echternach in Luxemburg statt, die Springprozession zu Ehren des hl. Willibrord.
  • Bei der Echternacher Springprozession wird auf eine eingängige Melodie getanzt.
  • Im Mittelalter waren solche Prozessionen durchaus üblich.

Pfingstreiter, Umritte und die Integration weltlicher Bräuche

  • Nicht nur im Rheinland veranstalten sogenannte Pfingstreiter Umritte und Reiterspiele.
  • Derartige Pfingstbräuche haben ihren Ursprung in früheren Heerschauen.
  • Im antiken Rom wurden sie am 1. März, dem Beginn des neuen Kalenderjahres und der warmen Jahreszeit, durchgeführt.
  • Nördlich der Alpen fanden sie jedoch wegen des späteren Beginns der warmen Jahreszeit erst am 1. Mai eines Jahres statt.
  • Die Orte der Truppenschauen hießen entsprechend Märzfeld bzw. Maifeld.
  • Die Kirche war bestrebt, die militärischen Veranstaltungen in den kirchlichen Festkreis zu integrieren.
  • Da ihnen jedoch von Natur aus jeder religiöse Bezug fehlte, bot sich nur die formale Einbindung in das zeitlich benachbarte Pfingstfest.
  • Dabei waren die äußerst weltlich geprägten Turniere den Kirchenvertretern ein Dorn im Auge.
  • Das päpstliche Verbot im frühen 14. Jahrhundert führte einerseits dazu, daß die Turniere einerseits auf die Fastnachtszeit verlegt wurden und andererseits die Heerschauen eine Umwandlung in Reiterprozessionen oder Umritte erfuhren

Wasserbräuche zu Pfingsten:
Segenskraft und Taufritus

  • Das Wasser soll an Pfingsten wie zur Osterzeit über eine besondere Segenskraft verfügen.
  • Im Laufe der Geschichte haben sich deshalb auch verschiedene Wasserbräuche herausgebildet.
  • Verbreitet war es, sich zu Pfingsten in einem Bach zu waschen.
  • Dieser Brauch erinnert ebenso an den Taufritus wie ein ähnlicher aus dem Raum Basel am Rhein (Schweiz).
  • Dort wurden zum Beispiel junge Burschen oder auch eine aus Stroh, Tannenzweigen und Moos gebastelte Puppe, Pfingstlümmel (Pfingstsprützlig, Pfingstblüttlig) genannt, in einen Dorfbrunnen getaucht.
  • Lange Zeit galt Pfingsten wie Ostern auch als beliebter Tauftermin.
  • Dem zu Pfingsten niedergegangenen Tau sagte man Heilwirkung nach.
  • Angeblich sollte er auch vor Sommersprossen schützen und vor Verhexung behüten.

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1. Bedeutung und Brauchtum zu Pfingsten in Deutschland Pfingsten: Ursprung, Pfingsttermine 2026 2027, Symbole, Bräuche und Gottesdienste.

2. Pfingsten: Ursprung, Bedeutung und Brauchtum Alles über Pfingsten – das christliche Pfingstfest, seine Herkunft, Bedeutung, die Feier von Pfingstsonntag und Pfingstmontag sowie Brauchtum.

3. Pfingsten: Biblische Grundlagen und das Pfingstereignis Die biblische Deutung des Pfingstereignisses, die Bedeutung des Heiligen Geistes und die Entstehung der Kirche laut Apostelgeschichte.

4. Pfingstsymbole: Bedeutung und Ursprung der Feuerzungen, Taube & Co. Die Bedeutung von Pfingstsymbolen wie Feuerzungen, Taube, Atem und Wind zur Darstellung des Heiligen Geistes im biblischen Kontext.

5. Kirchlicher Pfingstbrauch: Feuer, Taube & Wasser-Traditionen Pfingstbräuche wie Heiliggeisttauben, Pfingstfeuer, Pfingstkerzen, Flurumgänge und Wasserbräuche mit religiösem und jahreszeitlichem Bezug.

6. Weltliche Pfingstbräuche und Frühlingsrituale: Pfingstbaum, Pfingstsingen und mehr Vorchristliche Pfingstbräuche mit Schmücken von Kirchen, Brunnen und Pfingstbäumen als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Frühjahrsrituale.

7. Der Pfingstochse: Traditionen, Bräuche und Rituale rund um Pfingsten Das Pfingstochsen-Brauchtum mit festlich geschmückten Tieren, Pfingstessen und regionalen Bräuchen rund um Pfingsten und germanische Frühlingsfeste.

8. Pfingstgottesdienst: Feierliche Liturgie, Pfingstlieder und Gemeinschaft Pfingstgottesdienst mit festlichem Festhochamt, inspirierenden Pfingstliedern, moderner Gestaltung und besonderen Open-Air-Veranstaltungen.

9. Pfingstkirmes und Pfingstveranstaltungen: Tradition und Festfreude Pfingstkirmes und Pfingstfeste bieten Fahrgeschäfte, Musik, Tanz und traditionelle Bräuche in ländlichen Gegenden und Städten – bunte Feste für Jung und Alt.

10. Interessantes und Wissenswertes zu Pfingsten: Pfingstrose, Pfingstbewegung und Bastelideen

10. Die Pfingstrose als heilendes Gewächs Hahnenfußgewächs Edelpäonie Strauchpfingstrose Klatschrose Bauernpfingstrose Gichtrose

10. Religiöse Pfingstbewegung Erweckungsbewegung Geistempfang Geisttaufe Zungenrede Prophetie Pfingstgemeinschaften

10. Pfingsttauben basteln mit Bändern zum Aufhängen Tonpapier Laubholz

11. Pfingstwetter und Bauernregeln: Wettervorhersagen zu Pfingsten Bekannte Pfingst-Bauernregeln und regionale Wetterweisheiten, die das Pfingstwetter und seine Bedeutung für Ernte und Natur erklären.

12. Pfingstausflug und Pfingstwanderung: Natur erleben am Pfingstwochenende Erlebnisreiche Pfingstausflüge, entspannte Spaziergänge und geführte Wanderungen mit Weinproben und Panoramablicken am Pfingstwochenende.

13. Pfingstferien und Pfingstkalender 2026 2027: Pfingsten im Hotel in Deutschland Pfingstkalender, Feiertage und Hotelangebote für Kurzurlaub und Pfingstreisen in Deutschland entdecken.


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Stand: Montag, 11. Mai 2026 - 5395